Herzlich willkommen bei der katholischen Kirchengemeinde

St. Philippus und Jakobus Ershausen

 

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Eine Frage des Lichts

 

Liebe Besucher unserer Website,

„nächstes Jahr wird alles anders!“, so vertrösteten wir uns Ende 2020. Nun befinden wir uns noch immer in einer Ausnahmesituation, die für viele schon zur Normalität geworden ist. Mich treibt die Frage um, wie ich diese Ereignisse richtig deuten soll. Ist es eine Strafe Gottes oder die Folge des menschlichen Versagens, ist es reiner Zufall oder sogar eine Zeit der Gnade, die wir erleben?

Jesus mahnte seine Jünger, die Zeichen der Zeit richtig zu deuten, sie als Mahnung und als Weckruf zu verstehen, als Impuls, intensiver und liebevoller zu leben. Unsere Zeit scheint geprägt zu sein von Konfrontation, Unsicherheit, Vereinsamung und Angst. Viele Menschen leiden auf unterschiedliche Weise. Das ist eigentlich nichts Neues, doch kam die Not bisher nicht zugleich so vielen so nah. Wie wir diese Zeichen der Zeit also deuten, ist auch eine Frage unserer Einstellung, in welchem Licht wir sie betrachten. Eine Frage des Lichts also.

 

Ich lege Ihnen ein besonderes Zeichen der Zeit ans Herz: den Stern von Bethlehem. Dieses uralte Licht zeigt mir, dass Gott alles im Griff hat, dass Er einen Plan hat. Der Stern ist eine „Lesehilfe“ für alle anderen Ereignisse meines Lebens. Ich stehe unter dem guten Stern der Liebe Gottes. Mein Leben hat seinen Ursprung und sein Ziel in Gott. Meine Lebenszeit auf der Erde ist Zeit der Prüfung, des Wachstums, Zeit der Liebe und des Scheiterns, des Leidens und des Wartens. Doch all das ist wertvoll, denn es führt mich zu Dem hin, der mich geliebt und erlöst hat.

Im Licht des Sterns erkennen wir das Jesuskind als Sohn Gottes, erkennen wir tiefer, was Menschwerdung und auch Brotwerdung Gottes in der Eucharistie bedeutet. Alle, die sich um die Krippe versammeln, werden in das gleiche Licht getaucht. Die ganze Schöpfung ist ausgerichtet auf ihren Schöpfer.

 

Ich wünsche Ihnen, dass Sie die Zeichen der Zeit im richtigen Licht betrachten können, in der Haltung der Hoffnung und des Glaubens. In dem Bewusstsein, dass unsere oft steinigen Wege zu einem himmlischen Ziel führen. Ich wünsche Ihnen und Ihren Lieben ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein lichtreiches Jahr 2022, in dem unser Glauben erneuert, unser Geist gestärkt und unsere Liebe zueinander gefestigt werden. Danke für Ihre Gebete und Ihr Mitleben des Glaubens. Sie sind dadurch auch ein Licht in dieser Zeit.

 

 

Ihr Pfarrer Thomas Gehlfuß